
hallo liebe leser,
emotionen begleiten uns, unser ganzes leben lang, emotionen werden geprägt durch ereignisse, wie z.b. prüfung etc. emotionen können auch zu emotional werden, der körper reagiert körperlich und seelisch darauf, so spricht man von psychosomatisch.
nun möchte ich diesem blogeintrag eine persönliche note verleihen und meine erfahrungen in sachen freundschaft niederschreiben. denn auch freundschaft hat sehr viel mit emotionen zu tun. wie eng liegen freundschaft und beziehung beieinander? wie entscheidet man für sich was für einen besser ist??
um freunde zu finden, registrierte ich mich auf einer singlebörse für menschen mit einer behinderung, egal welcher art.
mit vielen jungen männern hielt ich kontakt für wochen monate oder auch nur tage, ich nahm das nicht allzu ernst.
eines pfingstsonntags schrieb ich einen jungen mann an, der sich in meinem alter befand, ich verfasste eine nette nachricht, und siehe da es kam was retour, was ja in sachen internet und singlebörse eher selten vorkommt.
ein paar tage später wir hatten e-mail adressen ausgetauscht, schrieb mich ein mir unbekanter user an, meine reaktion, wer bist du? diesen nick kenne ich wirklich nicht. mit einem mal wusste ich wieder, aja, es hat geklingelt im hinterstübchen.
wir haben stundenlang gechattet, ich dachte komisch, man kann sich doch nicht gleich sympathisch sein. aber naja.
so telefonierte ich auch mal mit meinem chatgesprächspartner, mal sehen.
nach dem telefonat saß ich wieder vor der kiste und chattete, ich wozu denn, wie kann man sich soviel erzählen?, einer person, die man vielleicht 1 woche nur virtuell kennt!!
es vergingen lange chatabende, ich vergaß raum und zeit, ich war in meiner virtuellen welt, bis ich dann sagte, es reicht ich steig aus, das ist eine sucht.
aber irgendwann wurde es mir zu blöd, und ich traf den jungen mann, es verlief ganz normal, zwanglos, wir rissen unsere sarkastischen witzchen, die sympathie wuchs.
allerdings wusste ich nicht, hmm, wie reagiert mein blind date auf meine behinderung, wird das zu viel werden. meine behinderung stand genau beschrieben im internet, in meinem profil..
es gab dann noch ein 2. treffen, das resultat davon war für mich sehr enttäuschend, aber auf der anderen seite habe ich daraus sehr viel gelernt.
ich habe mir natürlich vorwürfe gemacht, wie konnte ich so naiv sein, auch wegen der behinderung, wieviel habe ich dem eigentlich mir fremden zugemutet? immer das schieben, helfen.
auch nach langer zeit sind wir noch befreundet, chatten gemeinsam. aber trotz allem habe ich noch immer angst, wegen meiner behinderung, nicht akzeptiert zu werden, weniger wert zu sein.
ich bin froh, dass ich mit höchstens einem blind date befreundet sein darf, ein sehr netter geduldiger mensch, der mir zuhört, wenns mal wieder in meinem leben kacke zugeht.
die emotionale enttäuschung habe ich mittlerweile fast verarbeitet, aber ich glaube ich habe mich in etwas hineingesteigert, was von der anderen seite nie vorhanden war.
meine lehre für das leben, treffe dich nicht mehr mit menschen, wo du nachher denkst: ui, das könnte für diejenige person zuviel sein, punkto behinderung.
zum schluss meines eintrags, möchte ich nochmal danke sagen für die freundschaft, die geduld für das zuhören, und das sich stetige auseinandersetzen mit mir als person, auch wenns manchmal, immer wieder zum davonlaufen ist!!
es ist mir nicht leicht gefallen, über so ein heikles thema zu schreiben, aber es war mir ein bedürfnis.
soweit, einen sonnigen muttertag, euch allen!!
eure francesca!!
