29 Jänner, 2009

brüsselreise teil 2


hallo liebe leser,

hier folgt nun mein 2. teil der brüsselreise, bzw. des taize-treffens in brüssel in form eines reiseberichts.

dienstag, 30.12.08:


7h morgens:

ich muss meine assistenten per handyanruf wecken, da sie sich keinen wecker gestellt haben. wir schlafen gott sei dank nur ein zimmer entfernt.

etwas zerknautscht vom am boden schlafen schlurft neine assistentin in mein zimmer, murmelt irgendwas was einem guten morgen ähnelt.

leider gottes muss ich wie so oft in dieser woche meine assistenten hetzen, ansonsten kommen wir zum morgengebet in unserer gastpfarre zu spät. das morgengebet startet jeden tag um 08:30.


nach dem morgengebet findet eine diskussionsrunde statt, zum thema wie habe ich zum katholischen glauben gefunden.

eine sozialarbeiterin erzählt uns wie sie vom judentum zum katholischen glauben fand, schilderte ihre tätigkeit mit jugendlichen, die auf der straße oder im heim lebten, und fragte wie das sozialnetz in unserer jeweiligen heimat ist, es ist wirklich beeindruckend andere menschen aus anderen nationen kennenzulernen.

12h: wir sind am messegelände angelangt, suchen die halle 3, wo behinderte menschen in ruhe essen können, man muss sich nicht anstellen, die essensausgabe erfolgt rasch.

um 13:15 startet das mittagsgebet in halle 12, wo die polen ösis etc ungebracht sind, um zu beten.

danach hat man die möglichkeit sich workshops anzusehen, ich entscheide mich den klängen der weltchöre zu lauschen aus rom, lateinamerika etc.

16:00 meine assistentin klagt über unpässlichkeit, ich sage ihr sage es rechtzeitig, dann rufe ich meine eltern an, die mir nachgeflogen sind für notfälle. ich wollte es zwar nicht, aber sie ließen sich nicht abbringen, schon in wien nicht.

keine 2h später musste ich handeln, denn meine assi brauchte rasch med. hilfe von außen. ich sah schon kein medikament hilft mehr. meine betreuung ist gefährdet.

ich rief meine eltern an, die nach 1,5 herbeirasten mit brüssels öffis. den rest des abends bin ich auf die hilfe meiner eltern angewiesen.

sie besuchen mit mir das abendgebet um 19h, gehen mit mir essen als trost. das essen in der brüssler innenstadt ist teuer und unsagbar grindig.

meine eltern und ich machen uns sorgen, wie wird der urlaub weitergehen, muss ich zu meinen eltern ins hotel ziehen? ein mann kann mir nur 40% der betreuung übernehmen.

mittwoch 31.12.08:

0:30 meine assistenten kehren zur gastfamilie zurück, dank einer infusion ist meine assi wieder einsatzfähig. wir besprechen den weiteren ablauf der reise. meine eltern sagen ganz einfach klar und deutlich, dass sie mich nicht mehr betreuen werden, denn das ist aufgabe der assis, ein job, für den man sich freiwillig gemeldet hat. also muss ich verantwortung tragen.

am nächsten morgen herrscht etwas dicke luft, was dann geschah schreibe ich beim nächsten eintrag!!

also dann, bis bald,

eure francesca!!

21 Jänner, 2009

BRÜSSEL RUFT, EIGENE GRENZEN ERKENNEN BEHINDERUNG PUR ERLEBEN UND CO








hallo liebe leser,


waren sie schon im lande der besten pralinen? nein?

na dann gut koffer packen und ab geht die eisenbahn nach belgien nach brüssel.

denn genau dort hin wollen wir, meine assistenten und ich zum taize-treffen 2008 unter dem motto auf dem pilgerweg des vertrauens auf der erde von brüssel.

nun werde ich meinen reisebericht in tagen niederschreiben:


Vorgeschichte: taize ist ein wunderschönes stiles örtchen im süden frankreichs, wo sich viele gläubige aus europa einfinden um zu beten, oder auch hin pilgern.

der gründer des ökumenischen taize-treffens ist ein mönch namens fere rocher, es kommen immer mehr mönche hinzu, eine glaubensgemeinschaft entsteht. das ist keine sekte, es basiert auf dem ökumenischen glauben. es können alle gläubigen christen daran teilnehmen, egal aus welchem teil europas.

wie kam ich dazu?

vor 3 jahren sprach mich eine malteserin an, sie fährt mit ihrer schwester und ihrem bruder zum taize-tereffen nach zagreb, sie sagte stell dir einfach 50.000 jugendliche vor, die beten und irgendwo in europa leben.

mein gedanke cool, endlich leute zum reden kennenlernen etc. ein welthugendtreffen und der glaube in der mitte, noch dazu über silvester, einfach geil..

die eindrücke waren so toll, dass ich so noch immer ganz genau weiss, wie glücklich ich war soviele nette soziale junge menschen um mich zu haben. mit diesem gedanken fuhr ich heuer auch hin.

wer wissen möchte, wie es 2006 war, der kann gerne in den blogs von 2006 stöbern!!

nun kommen wir wieder zurück zum treffen von 2008, ich verplappere mich schon wieder, sonst fährt uns der zug weg!!


sonntag 28.12. 08:

ich treffe meine assistenten am westbahnhof voll gepackt, alle sind gut drauf , voller erwartungen augeregt.

19:54 der zug soll uns in 9,50 stunden in frankfurt hbf abliefern. wir reisen mit der katholischen jugend oberösterreich, die in linz zusteigt.

22:15: koordinator heinz gesellt sich gleich zu uns, erklärt meinen assis alles über den ablauf des treffens etc. meine assis verkünden lautstark wir sind nicht gläubig, francesca ist unsere chefin, die alles unter dach und fach hat. ich lächle milde...

der koordinator meint legt euch hin, die nacht ist kurz.

ich bitte meine assis um 03:45 aufzustehen, da der zug um 04:56 hält. dass wir genug zeit haben zum aufstehen, 03:45 weckruf.

heinz meint ach es reicht wenn ihr um 06:00 aufsteht, der zug bleibt bis 06:15 stehen. meine assis befolgen nicht meine anweisung. knurr.

04:56 schaffner klopft, mensch wollten sie nich aussteigen, meine assis schlummern, ich brülle, der schaffner die ausstiegshilfe steht bereit, sie blockieren die ausstiege.

meine assis schrecken hoch, helfen mir ins gewand, ich schreie nur mehr anweisungen quer durch den zug. zu allem drum herum, wurde gestohlen auf der fahrt, meiner assi bleibt das herz stehen, gott sei dank nicht uns.



montag: 29.12.08

06:15 wir sitzen im bahnhofscafe, um 07:29 geht der schnellzug nach brüssel midi: ich muss meine assis tretzen rechzeeitig am bansteig zu sein, da der einstiegservice wartet. die zwei assis ruth und julian haben kein zeitgefühl stelle ich fest naja..

07:29: wir sitzen, die landschaft rauscht an uns vorbei, 3,5h nch dann sind wir da!

wir überqueren ganz deutschland.

ich bin putzmunter, schreibe die ganzen stunden in die stundenlisten ein, überlege mir dienstpläne, damit es keine meckereien gibt. ich schaffe es nicht, ich bin nach 1h kaputt.

11:15 brüssel nord, wieso nicht midi? ja am bahnhof nord ist das deutschsprachige taize-komitee näher.

meine assis vezweifeln es gibt keine ausstiegshilfe der ÖBB. nur stufen, holpersteine ein wahnsinn. wir fahren mit der metro richtung simonis, das u-bahn-netz liebe leser entnehmen sie bitte oben.

wir versuchen den anschluss zur gruppe nicht zu verlieren das taize-komitee befindet sich in einer uni von brüssel, ich stelle mich an, um uns anzumelden, mittels dem ländercode, bezahle transport-tickets für 4 tage für 3. personen etc.. die formalitäten sind erledigt. mir ist schummrig von 200 leuten im raum, aber es geht.

wir haben nun die adresse von unserem pfarrgebiet, indem wir einer gastfamilie zugeteilt werden. nun wieder in die u-bahn bis zur station hankar. in den bezirk san gulian, st. julius. hankar und petilion sind die einzigen u-bahn stationen, der linie 1a gelbe linie, die einen aufzug besitzen. von nun an strolchen wir zu dritt durch brüssel. nach 3h suchen kommen wir in der pfarre an.

ein mann, der der beste freund des santa claus ist, auf grund seines barts, stimme etc. begrüßt uns auf franz. und stellt sich als unser gastvater jean vor. gleich fragt er uns, woher wir kommen austria what australia, wir beginnen zu lachen, als ich ihn auf englisch frage, ob er wien kennt, nickt er eifrig und lacht schallend.

gleich darauf kommt seine frau, die auch freundlich lächelt aber sehr reserviert scheint. leider versteht sie kein wort englisch, mit händen und füßen bekommen wir heraus, was beide beruflich machen, nämlich in der seelsorge tätig sein, er diakon, sie seelsorgerin im spital.

um 16:15 kommen wir endgültig zuhause an, 10min fussweg von der pfarre, nicht weit, eine nette wohngegend am rande brüssels 1,5 std. zum messegelände mit der u-bahn, von der u-bahn station petilion bis zur u-bahn station heysel, siehe plan. in heysel ist das messezentrum, wo das eigentlich taize-treffen stattfindet, mit beten workshops etc. das messegelände umfasst 12 hallen, und ist riesig.

als wir zu hause ankommen vergebe ich die gastgeschenke, unsere gastmutter kocht uns was leckeres, wir legen uns schlafen, die letzten 22h waren heavy, ich bin nicht müde, komischerweise, meine assis raunzen, jetzt wird es erst hart, da wir duschen wollen und nicht wissen wie, da man mich leider in die wanne heben musste, da nicht ein griff zum anhalten da ist und ein sessel,zum sitzen nach 45 min suchen findet die gastmutter einen sessel, der hineinpasst. ich beschließe trotzdem okay die wanne sieht mich nicht wieder so schnell, ansonsten ist ruth kaputt, was sie dann auch am nächsten tag war sie war nicht mehr dienstfähig.

um 21h fielen wir ins bett,das abendgebet fand um 19h ohne uns statt. aber ich sagte gleich zu meinen assis morgen 07h weckruf, damit wir das programm durchziehen können in heysel. ein murren raunzen, ich sagte ihr seid auf einer dienstreise, bekommt geld, den romantischen urlaub könnt ihr in wien zu zweit machen, ich bestimme was hier gemacht wird und basta, das ist der sinn von persönlicher assistenz.

dann gab es kein motzen mehr!! außer über den nachtdienst!!

morgen gibt es eine fortsetzung des reiseberichts! es war spannend aufregend etc..

soweit eure francesca:)



18 Jänner, 2009

VERZWEIFLUNG, WARUM GEFANGEN SEIN IM KÖRPER?

hallo liebe leser,

hier ein eintrag, der spontan entsteht.

ich möchte kein mitleid bei anderen erzeugen, nur einen kleinen einblick in mein leben geben.

ich möchte heute abend in die jugendkirche wien gehen, sowie jeden sonntag. meine assistentin julia hätte heute dienst gehabt, um mich zu begleiten, sie ist krank. kann ja jedem passieren.

so entschied ich mich die bereitschaftsassi für heute anzurufen, laut notrufliste!!

die nr stimmte, diejenige assi hob ab, sagte sie habe gar nicht bereitschaft, ich bat mir die nr der 2. bereitschaft zu geben, sie wusste sie nicht.

was ich damit sagen möchte, bzw. zeigen möchte, dann bin ich erst recht behindert, ein kreis der abhängigkeit entsteht.

was würde ich machen, wenn meine eltern nicht da wären?

kann ich jemals alleine leben?? in einer eigenen wohnung?

die antwort nein leider nicht!!

sowas macht mich echt kaputt und da bekomme ich angst, um mein leben.

das heißt nicht nur, dass ich mich behindere, sondern auch andere in meinem umfeld, in ihrer freizeitgestaltung!!

kann man das verlangen, dass immer andere für mich zurückstecken??

aber man gewöhnt sich daran abhängig sein zu müssen, was das haus verlassen betrifft!!

wer jetzt noch einmal wagt mich zu fragen, ob ich alleine ohne meine eltern leben kann, den menschen lade ich gerne in meine wohnung ein und zeige ihm wirklich mein leben!!

das ist das leben einer behinderten jungen frau, die jeden tag hoffen muss, dass ihrer mutter bzw. vater gut geht, haben sie kräfte??

aber keine sorge, die WAG bekam schon ihr saftiges mail!!

so weit so gut, eure verzweifelte francesca!!