22 März, 2009

träume, die langsam vor meinen augen zerbröseln

hallo liebe leser,

letzte woche war ich beim aufnahmetest am bfi-wien für die ausbildung zur med. verwaltungsassistentin.

ich konnte von minute zu minute zusehen, wie mein traum platzte.

das gebäude selbst ist nicht so behindertengerecht, aber dank meines lebensretters, dem euro-key für körperbehinderte menschen, kann ich alle behindertenklos, aufzüge plattformen, nutzen, die es in ganz österreich gibt.

so auch im bfi, schönbrunner straße, bis ich in den raum gelang, vergingen 45 min. der hausmeister von dort, säuerlich, halten sie die fluchtwege frei, schließen sie die plattform. ich lächle milde, ja aber zuerst muss ich rauf in den 3. stock. ich denke mir den teil und gehe oder rolle meines weges!!

im kursraum angekommen, erwartet mich hitze, 60 leute ich bekomme keinen platz zum sitzen.

die kursleitung für med. ausbildungen erklärt uns den ablauf der ausbildung. via power point.

danach folgt der eigentliche aufnahmeteil, ein diktat über die menschliche atmung, ich beginne zu schwitzen, meine hände werden knallsteif, ein wunder, dass ich noch einen stift halten kann, je schneller ich sein will, desto steifer langsamer werden die bewegungen der hände, der spasmus und die motorik hindern mich am mitkommen, meine assistentin katja schaut mich an, nimmt einen stift und ein papier zur hand und flüstert mir die fehlenden worte ein, scheiße die zeit ist vorbei,mir fehlen 1,5 sätze.

ich bitte die kursleiterin, mir mehr zeit zu geben, zum fertig schreiben, keine chance.

als nächstes folgt ein EDV test zum ankreuzen, grundwissen, mit der aufgabe bin ich in 10 min fertig. ich bin überzeugt in dem bereich vieles richtig zu haben.

zu guter letzt folgt ein persönlicher aufnahmebogen, ein motivationsschreiben.

ich schreibe alles hin, danach kommt ein persönliches aufnahmegespräch mit der kursleiterin.

ich schaue der frau ins gesicht, sehe ihre skepsis bezüglich meiner behinderung, sie fragt mich, welche behinderung ich habe. sie sagt gleich, sie kann mir keine großen hoffnungen machen, zwecks der ausbildung, aber sie frage ihre chefin zwecks der behinderung, die sei ja krankenschwester, was mich rasend macht, keine ahnung haben, aber gleich sagen, ich werde keine chance haben in der branche zu arbeiten. wer sagt das, wenn man es nicht versucht?

aber ich gehe voller kampfgeist aus dem raum raus und denke na warte, dir werde ich es zeigen.

man kann von glück reden, dass ich an dem tag aufrecht sitzen konnte, denn ich hatte einen grippalen infekt, mit husten und fieber, am abend hatte ich hohes fieber.

den ich schon 3 tage mit mir herumschleppte, aber ich ignorierte ihn, weil ich zeigen wollte, was in mir steckte.

eine knappe woche nach dem test bekam ich keinen anruf, ob ich durch sei, also probierte ich es. der herr am empfang sagte mir, aja sie sind die dame mit dem rollstuhl, ich habe für aufsehen gesorgt, das ist gut.

kurze zeit später ein rückruf der kursleiterin, die antwort ist nein. ich versuche die kursleiterin, zu überzeugen, von meiner assistenz. sie nein, das geht nicht, dass eine person 8h neben mir sitzt und mitschreibt aus platzgründen. ich frage sie nach den testergebnissen, keine antwort!!

das ist für mich typische offene diskriminierung auf grund meiner behinderung, österreich bekommt echt einen preis in sachen engstirnigkeit, intoleranz etc.

ich kann das nicht mehr aushalten, mir tut das weh.

so zerbröseln alle meine träume, die ich mir vorgenommen habe, nur weil sich andere leute vor mir als person mit behinderung anscheissen.

ich bin am ende meiner kräfte und kämpfe, wozu kämpfe ich? aber es betrifft ja nicht nur beruf sondern auch beziehung freundschaft.

ich wurde bis jetzt noch nie von menschen akzeptiert so wie ich bin, eine körperbehinderte junge lustige frau lebend mit persönlicher assistenz.


vor kurzem las ich ein buch mit dem titel schmetterling und taucherglocke, berührend erschreckend aber auch voller kampf und ziel.

was ist leben? ein leben, wenn ich nur mit dem augenlid kommunizieren kann, ein buch, das mich echt erscheckt hat aber auch gefreut hat. der schriftsteller kämpfte bis zum tod, das war seine aufgabe, ich glaube, wenns er geschafft hat, dann schaffe ich es erst recht, denn mir geht es besser!!

aus allen niederlagen kann ich lernen, auch wenn mir menschen weh tun, ich muss weiterkämpfen!!

lest mal das buch, und sagt mir dann, was ihr denkt!!

liebe grüße, francesca!


1 Kommentar:

astrid krainz hat gesagt…

liebe francesca,

es tut mir weh, solche zeilen von dir zu lesen.
kämpfe weiter, erkundige dich einfach schriftlich nochmal beim bfi, am besten an hoher stelle...
so würde ich mal weiterkämpfen...
und sei es nur, dass du das test-ergebnis erfährst...

ich halte dir weiterhin die daumen...
und wer weiß wofür es gut ist? oft geht durch eine tür die zugeschlagen wird eine ganz andere auf...